Lambretta Wartungsarbeiten

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Lambretta Wartungsarbeiten, Tipps und Tricks[Bearbeiten]

Bowdenzüge[Bearbeiten]

Beim Ersatz von Bowdenzügen lohnt es sich auf "Teflon"-Züge umzusteigen. Diese sind mitnichten teflonbeschichtet, sondern haben eine Kunststoff-Innenhülle aus u.a. PTFE und bewirken so eine weitgehende Wartungsfreiheit und deutliche Reibungsminderung, daher sehr empfehlenswert bei der Verwendung verstärkter Kupplungsfedern/Zentralfeder.

Dass diese Hüllen nicht geölt werden dürfen, da sie aufquellen ist nur teilweise richtig - auch wenn der (Fahrrad-)Händler gerne zu speziellem, oft teurem Silikonspray rät. Dazu einige Anmerkungen:

- Die Kombination von Schmutz und Fett/Öl im "Teflon"-Zug bildet eine Schmirgelpaste und führt zu geringerer Langlebigkeit der Kunststoffhülle und dementsprechender Funktionsminderung
- reichliches Ölen und Fetten zur Reibminderung ist somit kontraproduktiv, die Reibung zwischen PTFE etc. und Metall ist schon sehr gering
- es ist vielmehr sinnvoll den INNENzug (falls nötig) vor Korrosion zu schützen, dafür genügt ein ganz leichtes Einfetten beim Einbau
- das Eindringen von Wasser und Schmutz sollte verhindert werden durch die Verwendung der vorgesehenen Plastik-Tüllen für Kupplung/Schaltzüge am Motorblock, sowie durch geeignetes Abschmieren an den Enden der Aussenhüllen
- es sind auch beschichtete Innenzüge aus dem Fahrradzubehör erhältlich, mit passendem Nippel für Gas/Schaltzüge

Die originale Verlegung der Züge am Lambretta-Rohrrahmen zeigt die Bilddokumentation des Rimini Lambretta Centre Lambretta Cables Routing .

Ersatzzüge und passende Schraubnippel/Inbusschlüssel befinden sich im Notfall immer in der Toolbox...

Tacho[Bearbeiten]

Benzinhahn / Tank[Bearbeiten]

Vergaser / Ansaugsystem[Bearbeiten]

Getriebeöl / Schmierung[Bearbeiten]

Empfohlen wird ein einfaches SAE 90 Getriebeöl. Vorsicht bei der Zusatzbezeichnung EP(Extreme Pressure) oder Hypoid, diese Getriebeöle können durch reibwertmindernde Additive zu Kupplungsrutschen führen. Bestimmte Getriebeöle mit eindeutiger Kennzeichnung "Für Nasskupplung bei Motorrädern" können allerdings benutzt werden. Beispielsweise das "Gear Saver Hypoid SAE90" von Bel Ray, mit dem gute Erfahrungen bei Hochleistungsmotoren und im Renneinsatz vorliegen.

Licht[Bearbeiten]

Probleme mit der Beleuchtung/Elektrik lassen sich am besten mit einfachen, systematischen Methoden beheben. Sinnvoll ist der Einsatz eines Multimeters zum Messen von Durchgang/Spannung/Widerstand, sowie das probeweise Ersetzen mit sicher funktionierenden Teilen (Zündspule, Leuchtmittel, Zündkerze/Stecker...). Häufig sind Steckverbindungen der Kabel und Masseanschlüsse fehlerhaft oder müssen modifiziert und ersetzt werden. Einige Tipps zur Elektrik :

- Der zum Modell passende Schaltplan sollte bekannt sein
- Die Masseleitungen Maghousing-Rahmen, an Scheinwerfer / Rücklicht / Tachobeleuchtung / Zündschloss / Batterie müssen einwandfrei funktionieren (besonders bei Neulackierung/Beschichtung), evtl. eine Zusatzmasse (Tacho, Scheinwerfer-Lenkkopf) legen.
- Steckkontakte lassen sich gut mit dem Dremel und feinem Drahtbürsten-Aufsatz reinigen

Probleme bei 6 V Kontaktzündungen

- schwaches Licht/Zündung durch demagnetisiertes Lüfterrad
- schwaches Licht durch falsche Watt-/Volt-Leistung der Glühlampen
- häufig durchbrennende Rücklichter deuten auf einen defekten Lichtschalter : wenn beim Umschalten Abblendlicht/Fernlicht nicht beide Scheinwerfer-Glühdrähte abwechselnd die Spannung erhalten, sondern kurzzeitig die gesamte Spannung zum Rücklicht geführt wird
- bei 4-Pol-Zündungen kann ein defektes Bremslicht beim Bremsen zu Zündaussetzern führen, da die Zündung durch den Bremsschalter erdet
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Die Umrüstung auf eine elektronische 12V Zündung ist zu empfehlen.

Kontaktzündung[Bearbeiten]

Der Abstand der Kontaktflächen sollte 0,35 - 0,45 mm betragen. Eine Vergrößerung des Abstandes führt zu mehr Grad Vorzündung, eine Verringerung des Abstandes zu weniger Grad Vorzündung. Der Zeitpunkt von Kontaktöffnung/-schluß lässt sich leicht mittels eines Multimeters feststellen : bei Einstellung "OHM" und Messung zwischen Masse und grünem Kabel der Zündgrundplatte ändert sich der Wert beim Drehen des Polrades deutlich, mit eine Gradscheibe und Markierungen auf dem Maghousing kann die gewünschte Vorzündung ° vor OT eingestellt werden( Zur Kontrolle Abblitzen mit der Strobolampe).

Die Vorgehensweise -Einstellen des Kontaktabstandes, Ermitteln des oberen Totpunktes, Anbringen von Markierungen Zündung Grad ° vor OT mittels Gradscheibe, passendes Verdrehen der Zündgrundplatte- wird im Artikel Kontakt-Zündung einstellen(Vespa) beispielhaft dargestellt.

Zündkerzen[Bearbeiten]

Zum Einsatz kommen laut Bedienungsanleitung Zündkerzen mit einem Wärmewert(Bosch-Skala) 225 bis 240, Langgewinde (3/4" = 19mm). Umgeschlüsselt auf die heutigen Bezeichnungen: Bosch W5CC(225) und W4CC(240), NGK B7ES(225) und B8ES(240). Entsprechend höhere Wärmewerte: Bosch W3CC und NGK B9ES.

Empfohlener Elektrodenabstand:

- für 4-Pol Zündungen und elektronische Zündungen : 0,5 - 0,6 mm
- für 6-Pol Zündungen : 0,45 - 0,5 mm
- indische Kontaktzündungen : 0,35 - 0,4 mm

Reifen / Luftdruck[Bearbeiten]

AKTUELLE Angaben nach Bedienungsanleitung der indischen GP200 (Mindestwerte) :

- Vorne 18 psi (1,2 bar), Hinten 28 psi (1,9 bar), mit Sozius 32 psi (2,2bar)

Je nach Reifenprofil (Block, Race), Beladung/Gewichtsverteilung und Fahrbedingungen (Autobahn, Wetter) anzupassen.

Weitere Angaben: Continentals Technisches Handbuch (Zippy etc.) gibt für Lambretta einen Reifenluftdruck von 1,8 bar (Vorne) und 2,5 bar (Hinten) an.

Kette / Getriebe / Kickstarter[Bearbeiten]

Fahrwerk / Lenkung[Bearbeiten]

Zusatzstoßdämpfer[Bearbeiten]

Zusatzstoßdämpfer sind zur Nachrüstung empfohlen, da sie das Fahr-/Bremsverhalten deutlich verbessern. Die Nachrüstkits unterscheiden sich in der oberen Befestigung, diese kann an die Gabel angeschweißt oder angeschraubt werden. Der Abstand zwischen oberem Befestigungsauge bei angeschweißten Halterungen/dem Stehbolzen bei schraubbaren Halterungen und der Einkerbung am unteren Ende der Gabel (wo der untere Gummipuffer eingesetzt wird) soll etwa 25 cm betragen, siehe auch Fitting Front Dampers im LCGB-Workshop.

Gabel / Forklinks / Federn[Bearbeiten]

Forklink-Buchsen wurden aus Messing und Kunststoff hergestellt, bei guter Wartung halten die Messing-Buchsen sehr lange. Defekte Kunststoff-Buchsen sind häufiger, ausgeleierte Buchsen zeigen sich beispielsweise durch ungleichmäßiges Eintauchen beim Bremsen. Forklink-Buchsen einbauen beschreibt den Austausch der Forklink-Bushes und Besonderheiten beim Einbau.

Einstellung des Lenkkopflager-Spiels[Bearbeiten]

Bei jedem Lambretta-Neuerwerb, im Rahmen einer Restaurierung/Gabeltausch und allerspätestens vor der TÜV-Untersuchung benötigt das Lenkkopflager Aufmerksamkeit. Analog zum Procedere der Hauptuntersuchung sollte festgestellt werden, ob die entlastete Gabel/Lenksäule Spiel in irgendeiner Richtung sowie Rastpunkte während der Lenkbewegungen aufzuweisen hat. Bei schlecht eingestelltem Lenkkopflager oder ausgeschlagenen Lagerschalen sind häufig Rastmarken mit einem Maximum in Lenker-Mittelstellung festzustellen.

Nach Lösen der Lenkerklemme/der Tachowelle lässt sich der Lenkkopf vorsichtig nach hinten kippen, mit dem passenden Hakenschlüssel und Maulschlüssel (gibt es z.B. für kleines Geld als Feder-Hakenschlüssel oder als Two-In-One-Schlüssel) können die Kontermutter und die obere Lenkkopfschale gelöst werden. Zwischen beiden befindet sich noch eine Sicherungsscheibe mit Zapfen für die gefräste Nut im Gewinde der Gabel. Nach Demontage des oberen Lenkkopflagers sollten die beiden Lagerlauflächen auf Abnutzungserscheinungen/Dellen überprüft werden. Oftmals ist ein Tausch der Lagerschalen jedoch nicht nötig, ein neues Lager (reichlich mit geeignetem Fett versehen) sollte aber verwendet werden.

Bei der Montage sollte die obere Lagerschale handfest festgeschraubt werden, so dass an der entlasteten Gabel kein Spiel mehr in Längsrichtung(oben-unten) vorhanden ist. Nach Einsetzen der Sicherungsscheibe wird die Kontermutter festgeschraubt (schon kräftig - aber nicht angeknallt und möglichst ohne Hammer und Meißel, eher die Ratschen-Verlängerung verwenden...) Häufig sind jetzt beim Überprüfen an der entlasteten Gabel eine Schwergängigkeit der Lenkbewegungen oder Rastpunkte festzustellen.

Als WICHTIGSTES folgt daher das Einstellen des Lagerspiels :

man verdreht einfach die obere Lagerschale mit dem dafür vorgesehenen Maulschlüssel wieder etwas zurück(=heraus) und kontert diese somit gegen die Kontermutter, die Sicherungsscheibe verhindert ein gleichzeitiges Drehen/Lösen der Kontermutter. Hierdurch löst sich der Druck auf das Lager, das Spiel wird eingestellt. Durch mehrfaches Überprüfen/Nachjustieren lässt sich die geforderte Leichtgängigkeit erreichen, die Gabel gleitet geschmeidig ohne Widerstand/Rastmarken im Steuerrohr. Immer nach einigen hundert Kilometern kontrollieren und ggf. die Kontermutter etwas anziehen und entsprechend die obere Lagerschale justieren.