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Kurbelwellenstumpf abgerissen

Aus Vespa Lambretta Wiki

Bei diesen Kurbelwellenschäden mit abgerissenem Limastumpf handelt es sich definitiv um Dauerbrüche, die aus einer wechselnden Biegebelastung (lt. Wöhler) herrühren. Dies lässt sich aus dem Bruchbild herleiten. Die Kerbwirkung am kleinen Radius zur Wange begünstigt dies, ist aber nicht der Hauptgrund. Mit die Hauptursache scheinen leichte Lüfterräder zu sein, die mit hoher Drehzahl bewegt werden. Schwere Lüfterräder, wie z.B. jenes einer ET3 mit fast 3kg, führen zu einem ruhigeren Lauf, da diese bedingt durch ihr größeres Trägheitsmoment:

1. kleinere Unwuchtheiten der KW auffangen

2. die Kolbenbeschleunigung gleichmäßiger halten

3. duch ihre große Masse das Schwingverhalten des drehenden Systems in untere Drehzahlen verlagern.

Werden leichte Schwungmassen, wie z.B. das HP4 Lüfterrad mit ca. 1kg, verwendet, so kann diese geringe Schwungmasse kaum noch Unwuchten auffangen, das Schwingverhalten verlagert sich in höhere Drehzahlen und die Kurbelwelle wird stärker und öfter auf wechselnde Biegebelastung beansprucht, wodurch diese dann auch an der kritischen Stelle abreißt. Wenn dann noch alte oder ganz einfach falsche Lager mit zu großem Lagerspiel oder falscher Belastungsart verwendet werden, wird dieses Schwingverhalten zusätzlich noch unterstützt.


Diskussion user Pholgix: Ich halte diese These für zu wenig differenziert betrachtet und in Teilen evtl. für nicht korrekt: Den ersten beiden Sätze stimme ich zu, aber für die These "Hauptursache scheinen leichte Lüfterräder zu sein" fehlen Nachweise. Ein schwereres Lüfterrad hat mehr Massenträgheit und führt meines Erachtens darum am Übergang zum Stumpf zu grösseren Torsionsamplituden bei stossförmigen Anregungen oder Unwuchten aus der Welle. Würde die o. g. These stimmen, müssten mit VAPE und co mittlerweile wohl sehr viele solcher Fälle aufgetreten sein. Hier müsste man Nachweise zusammentragen und die Fälle differenzierter betrachten (welche Welle? welches Polrad? gewuchtet oder nicht? wo gerissen? Korrelationen berücksichtigen: schlechte Tuningkurbelwelle + leichtes Polrad verbaut)

Es kursieren einige Bilder im GSF, wo der Kurbelwellenkonus von LF bei eta 2/3 gerissen ist und man im restlichen 1/3 rötliche Einfärbungen erkennen kann. Dieser sogenannt Passungsrost lässt auf Mikrobewegungen schliessen. Daraus ergibt ich logisch, dass der Konuspresssitz nicht vollständig getragen hat und in der Folge am kleineren Radius (bei z.B. 2/3 der Konuslänge) des Konus' ein Dauerschwingbruch entsteht. Das lässt sich am Bruchbild meist sehr gut erkennen.

--> Man sollte vor allem bei Tuning darauf achten, dass der Konus komplett trägt! Das erkennt man, wenn man das Lüfterrad nach 200 km demontiert und auf rötliche "rostfarbene" Spuren untersucht (Passungsrost). Trägt der Konus nicht komplett kann man ihn mit Ventilschleifpaste einschleifen.

Weitere mögliche Gründe für Brüche können sein: - ein zu kleiner Radius am Übergang zwischen Lagersitz und Wange sein. - Materialgüte - Falsche Wärmebehandlung


Beispiele zur weiteren Untersuchung: https://www.germanscooterforum.de/topic/98350-kurbelwellenstumpf-abgerissen/ https://www.germanscooterforum.de/topic/169816-kurbelwelle-abgerissen/ https://www.vespaonline.de/forum/224683-kurbelwelle-bei-133er-motor-gebrochen/