Vespa Sport (Sei Giorni)

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Vespa Sport "Ufficiale Piaggio" von vorne
Vespa Sport "Ufficiale Piaggio" von der Seite

Die Sportmodelle der Vespa wurden bereits seit 1947 parallel zu den Serienfahrzeugen hergestellt. Man kennt ja die knallrote Vespa 98 Corsa aus dem Museo Piaggio. Als Derivate der Vespa 125 (V15-V31) für den Rennsport wurde dann die Vespa Sport entwickelt, besser bekannt als die "Sei Giorni" nach dem Modell, das bei der gleichnamigen internationalen Gleichmäßigkeitsfahrt 1951 großen Erfolg hatte. Ihre Baureihen werden eingeteilt in

  • Vespa Sport 1951
  • Vespa Sport 1951 "Ufficiale Piaggio" - dieses Modell nahm an der 26. Sei Giorni Internazionale 1951 teil
  • Vespa Sport I Serie 1952 "Sei Giorni"
  • Vespa Sport II Serie 1953


Die Fahrer[Bearbeiten]

Die bei der 26. Sei Giorni Internazionale startendenden Fahrer waren (in Klammer die Startnummer):

Natale Biasci (# 69), Giuseppe Cau (# 94), Ferdinando Nesti (# 98), Dino Mazzoncini (# 17), Ivo Granchi (# 82), Pierino Opessi (# 31), Carlo Merlo (# 90), Miro Riva (# 104), Alberto Vivaldi (# 112) und Bruno Romano (# 118)


Vespa Sport 1951[Bearbeiten]

Rahmen: selbsttragend aus Stahlblech
Vergaser: Dell'Orto RB22
Getriebe: 3-Gang
Kupplung: Metallscheiben im Ölbad
Bremsen: Trommelbremsen
Räder: untereinander tauschbare Felgen mit Reifen 3.50 x 8"
Motor: 2-Takt
Bohrung: 56,5 mm
Hub: 49,8 mm
Hubraum: 124,789 ccm
Kompression: 6,5 : 1


Vespa Sport 1951 "Ufficiale Piaggio"[Bearbeiten]

Rahmen: selbsttragend aus Stahlblech
Gewicht: 106 kg (mit Ersatzrädern, Werkzeug, Luftpumpe)
Länge: 1655 mm
Breite Lenker: 630 mm
Höhe gesamt: 950 mm
Höhe Sattel: 790 mm
Höhe Trittbrett: 250 mm
Radstand: 1165 mm
Vergaser: Dell'Orto SSI 25 C
Zündkerze: Marelli CW 240 und 260 A
Getriebe: 3-Gang
Kupplung: Metallscheiben im Ölbad
Bremsen: Trommelbremsen
Räder: untereinander tauschbare Felgen mit vorne Reifen 3.00 x 10", hinten 3.50 x 8"
Motor: 2-Takt mit Querstromspülung (Aus- und Einlasskanal einander gegenüber)
Bohrung: 54 mm
Hub: 54 mm
Hubraum: 124,2 ccm
Kompression: 7,5 : 1
max. Drehzahl: 6750 U/min
Leistung: 7 PS
Verbrauch: 4,55 l / 100 km
Verhältnis Gewicht/Leistung: 15,1 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h


Vespa Sport I Serie 1952 "Sei Giorni" & Vespa Sport II Serie 1953[Bearbeiten]

Rahmen: selbsttragend aus Stahlblech
Gewicht: ca. 95 kg
Länge: 1680 mm
Breite Lenker: 630 mm
Höhe gesamt: 950 mm
Höhe Sattel: 790 mm
Höhe Trittbrett: 250 mm
Radstand: 1160 mm
Vergaser: Dell'Orto SSI 23 C
Getriebe: 3-Gang mit Getriebezahnrädern im Ölbad
Kupplung: Metallscheiben im Ölbad
Bremsen: Trommelbremsen
Räder: untereinander tauschbare Felgen mit Reifen 3,00 x 10"
Motor: 2-Takt mit Querstromspülung (Aus- und Einlasskanal einander gegenüber)
Bohrung: 54 mm
Hub: 54 mm
Hubraum: 124,2 ccm
Kompression: 7,5 : 1
Leistung: 7 PS
Verbrauch: 4,55 l / 100 km
Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h


Besondere Merkmale[Bearbeiten]

Vespa Sport 1951[Bearbeiten]

  • Am Rahmen ist das Beinschild seitlich aerodynamisch nach hinten gebogen, die Trittbretter sind für mehr Bodenfreiheit auch bei steinigen Wegstrecken nach oben gebogen und verjüngen sich zur Gewichtsersparnis nach hinten. Je Seite gibt es nur zwei Trittleisten, von denen nur eine bis zur Motorschwingenschraube reicht.
  • Lenker mit Hebel zur Regulierung der Luftzufuhr
    Der Lenker ist schmaler (630 mm breit statt 790 mm bei den Serienmodellen) und hat bei der Vespa Sport 1951 noch ein Lenkerschloss. Die auffälligste Neuheit ist ein kleiner Hebel auf der linken Lenkerseite, mit dem das vom Vergaser angesaugte Benzin-Luft-Gemisch durch veränderbare Luftzufuhr auch während der Fahrt angefettet oder abgemagert werden kann.
  • Durchstieg mit Ersatzrädern
    Im Durchstieg ist ein Ersatzrad aufrecht in Fahrtrichtung montiert, gesichert durch einen Lederriemen. Dieses dient auch dazu, dem Fahrer eine ähnlich abgestützte Position wie beim Motorrad zu bieten.
  • Ein schlanker Seitenständer ist bei allen Modellen der Vespa Sport anstatt des im Gelände hinderlichen und zu schweren Hauptständers der Serienfahrzeuge auf der linken Seite montiert. Während der Fahrt hält eine Feder den Ständer an einen am Trittbrett befestigten Anschlaggummi.
  • Der 11-Liter-Tank
    Der Tank ist gegenüber der Serie augenfällig vergrößert und reicht bis fast an die Satteldecke. Mit dem so gewonnen Tankinhalt von 11 Litern wird eine Reichweite von etwa 220 km erzielt. Die Notwendigkeit eines größeren Tanks ist auf den durch Rennvergaser und sonstige leistungssteigernde Maßnahmen verursachten höheren Verbrauch zurückzuführen, der gleichzeitig aber nicht zu vermehrten Tankstops zwingen sollte. Unter dem Tankdeckel ist ein Filtersiebeinsatz eingehängt. Der Benzinhahnhebel ist direkt unter dem Tank im Vergaserraum.
  • Der Vergaser ist bei der Vespa Sport 1951 ein Dell'Orto RB 22, bei der siegreichen "Ufficiale Piaggio" ein Dell'Orto SSI 25 C sowie bei den Rennmodellen von 1951 und 1953 ein Dell'Orto SSI 23 C. Diesen Fallstrom-Vergasern gemeinsam ist ein leistungssteigernder polierter Ansaugtrichter, wie er auch bei Rennmotorrädern dieser Zeit verwendet wird. Durch die trichterförmige Verengung wird die Funktion einer Venturi-Düse erreicht, die das Benzin-Luft-Gemisch dem Motor mit höherer Geschwindigkeit zuführt und so ein größeres Drehmoment erreicht. Um den voluminöseren Vergaser an selber Stelle wie bei den Serienmodellen verbauen zu können, erhält die Vergaserklappe eine deutliche Auswölbung. Der Benzinhahnhebel ist innenliegend.
Schwinge Vorderrad
  • Der Auspuff ähnelt von außen dem der Serienfahrzeuge mit dem Endrohr rechts unter dem Motor, die Unterteilung im Inneren ist jedoch vollkommen anders. Das Endrohr hat einen größeren Durchmesser. Damit lärmt der Auspuff der Vespa Sport recht ordentlich.
  • Der Zylinder hat ein anderes Layout als bei den Serienmodellen. Die Überströmer sind poliert, um eine größere Menge an Gemisch verwirbelungsfrei in die Verbrennungskammer strömen zu lassen.
  • Rahmen- und Motornummer sind in römischen Ziffern eingeschlagen, für den Rahmen mit dem Präfix TS, für den Motor MS. Die Sei Giorni von Giorgio Notari hat beispielsweise die Rahmennummer TSCLXXXV und die Motornummer MSCLXXXV. Die Rahmennummer befindet sich auf der rechten Seite knapp oberhalb des Zapfenlochs der Motorbacke, die Motornummer nahe des Auslasses am Gehäuseauflager zur Motorschwinge.

Vespa Sport 1951 "Ufficiale Piaggio"[Bearbeiten]

  • Dieses Modell nahm an der 26. Sei Giorni Internazionale 1951 teil, bei der von 10 gestarteten Fahrern 9 eine Goldmedallie errangen.
  • Das Beinschild ist nun um 50 mm schmäler als bei den Serienfahreugen, um weniger Windangriffsfläche zu bieten. Auf der rechten Innenseite befindet sich eine schwarze Ledertasche für Ersatzteile wie Züge, Zündkerzen usw. An der linken Innenseite ist eine Tasche aus starkem Segeltuch befestigt, die einem Ersatzkanister mit 1 Liter Gemisch Platz bietet.
  • Der Lenker hat die gleichen Merkmale wie beim vorherigen Modell, hinzugekommen ist ein Schnellgasgriff, mit dem bereits bei geringer Drehung des Gasgriffs der Gasschieber voll geöffnet werden konnte.
  • Das Tachoblatt geht bis 120 km/h.
  • Die Klappe, hinter der beim vorherigen Sportmodell und bei den Serienfahrzeugen der Vergaser angeordnet war, ist für bessere Luftzuführung gelocht; über ihr ist nun ein von aussen zu bedienender Benzinhahnhebel angeordnet.
  • Der Scheinwerfer auf dem Kotflügel hat (ausschließlich bei diesem einen Modell) die Form eines Periskops und ist leicht nach hinten versetzt, um die Gefahr des Bruchs der Streuscheibe bei einem Sturz zu verringern.
  • Das Vorderrad hat eine Reifengröße von 3.00 x 10", was dazu dienen soll, beim Zeitfahren auf der Rennstrecke von Monza das Übersetzungsverhältnis durch Vertauschen von Vorder- und Hinterrad ändern zu können. Alle Reifen stammen von Pirelli, am Hinterrad kommt ein Reifen mit verstärkter Karkasse und einem Profil aus dreireihigen parallelen Quadratblöcken zum Einsatz. Bei der Vespa Sport 1951 "Ufficiale Piaggio" stehen gleich zwei Ersatzräder zwischen den Beinen des Fahrers im Durchstieg, deren Halterung ohne Lederriemen auskommt und über den Ersatzrädern mit einer Tafel zur Befestigung des Streckenplans ausgestattet ist.
  • Alle Schraubverbindungen sind an kritischen Stellen verstärkt. Die Muttern sind zum Teil mit Kupferdrähten, die durch kleine Löcher in der Mutter gefädelt werden, gesichert.
  • Das Fassungsvermögen des Tanks liegt immer noch bei 11 Litern und erlaubt eine Reichweite von etwa 240 km. Als Benzinhahn ist nun wie bei der Ape dieser Tage ein Modell mit Dekantierbecher verbaut.
  • Angepasst an die höhere Geschwindigkeit und den Zweck des Fahrzeugs wurde der Durchmesser der Bremstrommeln erhöht, womit eine größere Auflagefläche der Bremsbacken erreicht wurde. Die Bremstrommeln sind nun zur Verbesserung der Wärmeabfuhr mit Kühlrippen ausgestattet und aus Gusseisen konstruiert, um Verformungen zu vermeiden. Das Bremspedal ist verlängert und bietet so bei gleichem Druck durch die bessere Hebelwirkung eine größere Bremskraft. Unterhalb des Bremspedals ist ein Loch ins Trittblech geschnitten, damit sich auf Schotterpisten keine Fremdkörper unter dem Pedal verklemmen können und das Wasser nach etwaigen Bachdurchfahrten abfliessen kann.
  • Wegen der höheren Belastungen, denen die Fahrzeuge ausgesetzt sind, ist die Wanddicke des Lenkrohres verstärkt. Die vordere Stoßdämpferfeder ist für eine Belastung von 50 kg ausgelegt.
  • Die Vergaserklappe (hinter der sich kein Vergaser mehr befindet, dieser sitzt direkt auf dem Zylinder) ist mit einer versetzten Reihenlochung zur besseren Luftzufuhr versehen. Auf der Innenseite der Klappe befindet sich ein Drahtgeflecht als Luftfilter. Vom Luftraum unter dem Tank führt ein Gummifaltenbalg vom Rahmen zum Einlass des Vergasers.
  • Die Kupplung ist gegenüber den Serienmodellen auf einen Durchmesser von 100 mm vergrößert und besteht aus 8 Metallscheiben. Auch die Anzahl der Kupplungsfedern ist auf 16 Stück erhöht, wodurch sich der Anpressdruck auf 60 kg steigert. Das Material der Scheiben ist aus Metall, sogenanntem "Similoro" (wohl eine Messinglegierung). Vorbeugend sind die Kupplungsfederteller dahingehend modifiziert, daß bei Bedarf die durch viele Kupplungsvorgänge erhitzten Federn auch ohne Demontage des Kupplungskorbs getauscht werden können. Um einen Bruch der Kupplungsfedern der Anlaufdämpfung zu vermeiden sind im Inneren der Federn selbst Stifte angeordnet, deren Länge darauf abgestimmt ist, daß sich die Federn nicht bis zum Anschlag zusammendrücken lassen.
  • Die Befestigung der Motorbacke ist vollständig vom Rahmen losgelöst, der Verschluss erfolgt mittels einer Feder.
  • Der Vergaser Dell'Orto SSI 23 C mit 25 mm Einlassquerschnitt ist über einen Ansaugstutzen aus Aluminium direkt auf dem Gusszylinder befestigt. Die Luftansaugung erfolgt aus dem Rahmeninneren über einen Faltenbalg aus Gummi. Der Benzinschlauch verläuft gemeinsam mit dem Gaszug durch ein am Rahmen befestigtes Duchführungsteil. Letzterer ist im Lenkerinneren zum Schnellgasgriff geführt.
  • Die Motorschwinge ist aus Stahl und somit robuster und widerstandsfähiger als die Aluminiumschwinge der Serienmodelle. Das Motorgehäuse ist in Sandguss und ist im unteren Teil modifiziert, um den neuen Kickstartmechanismus aufzunehmen. Der Motor hat zwei Überströmer und der Kolben hat die heutzutage gängige kugelförmig gewölbte Form. Der Zylinderkopf ist aus Aluminium und hat wesentlich größere Kühlrippen. Die Langgewinde-Zündkerze ist zentral angeordnet.
  • Der Auspuff hat einen sich direkt nach der Auslassklemmung konisch öffnenden Krümmer.

Vespa Sport I Serie 1952 "Sei Giorni"[Bearbeiten]

  • Der bemerkenswerte Erfolg bei der 26. Sei Giorni veranlasste Piaggio, die Sei Giorni für ausgewählte Händler in kleiner Serie aufzulegen – zu einem enormen Preis. Sie kostete fast viermal so viel wie eine gewöhnliche Vespa und wurde für die Teilnahme an Regelmäßigkeitsfahrten und lokalen Rennveranstaltungen zu besonderen Konditionen verkauft.
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Vespa Sport II Serie 1953[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

Vespa „Sei Giorni“ - 9 medaglie d’oro su 10 vespisti partiti, von Giorgio Notari / Giuseppe Cau, CLD Libri 2001

Vespa Tecnica Band 4, Seite 141 ff., CLD Libri 2001


Weblinks[Bearbeiten]

Sei Giorni Topic im GSF