Vergaser Dell'orto SI Einstellung: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 12. Juli 2015, 06:09 Uhr

Allgemeine SI-Vergasereinstellung:

(freakmoped 100807)


VORARBEITEN:

Bevor die Bedüsung eines Vergaser genau eingestellt wird sind einige Randfaktoren zu überprüfen: ausreichende Spritzufuhr ist sicherzustellen und mögliche Flaschenhälse (zu langer oder geknicker Benzinschlauch, schlechter Benzinhahn, etc) zu beseitigen; die Zündung ist mittels Zündzeitpistole einzustellen; potentielle Falschluftquellen (Vergaser/Wanne/Motorblock, Kupplungssimmeringe, Zylinderfuß & -Kopf); Dichtheit der Motorhälften / Kurbelwellengehäuse (falls der Motor Getriebeöl zieht und mitverbrennt)

Sehr wichtig ist es den allgemeine Zustand und die Funktionsfähigkeit des Vergasers die überprüft werden muß: funktionstüchtige Schwimmernadel, Dichtung der Schwimmerkammer wie auch des runden Schwimmerkammerdeckels (gerne leicht undicht und sorgt für Startschwierigkeiten), Leichtgängigkeit des Schiebers - kann er vollständig geöffnet und geschlossen werden (abhängig von der Einstellung der Standgasschraube); Choke leichtgängig öffen- und schließbar, welche Düsenstöcke sind verbaut Weiters: HD Düsengrößen über 125 sollte kontrolliert werden mittels einer Düsenlehre. Leider kommt es immer häufiger vor daß die Zahlen auf den Düsen nicht den Größen entsprechen

Diese Checks sind grundlegend für die saubere und einfache Einstellung des SI Vergasers (wie auch jeden anderen Vergasers).


AUSGANGSWERTE BEDÜSUNG:

Allgemein stellt die Standardbedüsung des SI24 mit Hauptlufkorrekturdüse (HLDK) 160, Mischrohr BE3, Hauptdüse (HD) 118, Nebendüse (ND) 160/55=2,9 eine gute Ausgangsbasis dar. Bei originalem Motorsetup mit nur leicht veränderten Komponenten reichen die Standardwerte mit einer um zum Beispiel um 5 Nummern vergrößerten HD. Stecktuning erfordert meistens kaum mehr als eine größere Hauptdüse und eine etwas fetter Einstellung der LL Gemischschraube. (Beispiel P125x gesteckter Polini 177 mit Sito+ : HD 122 Weiterführende Tunings ziehen Änderungen der ND und der HD mit sich, ev auch Mischrohr und HLKD. Abhängig vom Auspuff: BE3 reicht bei Tourenauspuff, bei echten Resonanzauspuff (RAP) Anlagen ist ein Wechsel auf das BE2 erforderlich, dies stellt die ausreichende Spritversorgung im Resonanzbereich sicher.

WICHTIG:

Allgemein und vor allem beim Bedüsen während der Fahrt bleibt die Hand mit 2 Fingern an der Kupplung sodaß im Falle eines Kolbenklemmers bzw -reibers ausgekuppelt werden kann und das Fahrzeug ausrollend sicher zum Stehen gebracht werden kann. Ein Klemmer kündigt sich spürbar an: bei gleicher Gashahnstellung und Lärmpegel des Motors wird das Fahrzeug langsamer als ob man an einem Gummiband hängt. In so einem Fall sofort Kupplung ziehen, daraufhin geht der Motor aus - versierte Vespafahrer ziehen sofort den Choke und geben Vollgas um den Zylinder mittels überfetten zu kühlen und versuchen sanft einzukuppeln. Schlimmere Schäden werden dadurch vermieden, üblicherweise kommt der im Zylinder feststeckende Kolben frei und der Motor springt meistens nach einigen Sekunden wieder an - läuft zuerst unwillig, dann jedoch immer besser und meistens nach kurzer Zeit mit normaler Leistung weiter. (das trifft vor allem auf Grauguß Zylinder zu).


ALLGEMEINES ZUR BEDÜSUNG

Die Einstellung des Vergasers erfolgt stets von zu fett in Richtung mager, dh es wird eine deutlich fettere Düse gewählt darauffolgend tastet man sich an den idealen Bereich heran.

Wichtig ist es auch sich von der Angst zu verabschieden daß man sofort etwas beschädigt. Merke: so schnell geht ein Motor nicht fest, vor allem wenn die Tips der Anleitung beachtet werden was die Einstellung des LL betrifft, da bleiben genügend Reserven. Im normalen Fahrbetrieb tötet eine falsche ND den Motor wesentlich schneller als eine zu kleine HD. Weitere Grundregeln: Gut bedüst = nachvollziehbare Reaktionen des Motors. Gashahn wird geöffnet - es geht ruckelfrei, spontan, kräftig vorwärts. Gashahn wird geschlossen es setzt die normale ruckelfreie Motorbremse ein. Alle anderen Rekationen wie Ruckeln, Drosseln, Brabbeln, Nachdenksekunde, Loch bei Gasannahme, oder irgendwelche sonstigen seltsamen Reaktionen des Motors sind eindeutige Zeichen daß die Bedüsung nicht optimal ist.


LEERLAUF / NEBENDÜSE (ND):

Hineindrehen der Gemischraube (hinten unter Gummikappe) magert den LL ab, herausdrehen verfettet das Gemisch! Zunächst etwas erhöhte LL-Drehzahl einstellen und mit Gemischschraube (etwas links oder rechts drehen) den Punkt höchster Drehzahl suchen dann eine halbe umdrehung weiter sodaß die Drehzahl wieder leicht abfällt.

Standardeinstellung sind 1,5 Umdrehungen px alt (grobes Gewinde) 2 Umdrehungen lusso (lange Sechskant Schraube) muß nun die Schraube mehr als 1-1,5 Umdrehungen von der Standardeinstellnug verändert werden so ist die LL-Düse zu fett oder zu mager! Danach Leerlaufdrehzahl mit der Standgasschraube wieder verringern. Danach kurze die Gasannahme testen kurz kräftig Gas geben: der Motor sollte spontan hochdrehen (ohne sich zu verschlucken sprich Loch!) und die Drehzahl wieder rasch auf LL-Drehzahl abfallen; dauert dies länger ist der LL zu mager (ev. Luftlecks!?), stottert oder würgt der Motor ab, ist der LL zu fett! Der Test im Stand ist nur grob, richtig aussagekräftig ist die Gassannahme nur während der Fahrt wenn der Motor bereits warm ist.

Mager:

Falls nach einer Fahrt auf deutlich Last das Standgas erhöht ist und es eine Zeit dauert bis er auf normales Niveau runterfällt so ist die Einstellung der LL Gemschischraube zu mager. Dreht der Motor im warmen Zustand deutlich höher als im kalten, so ist der LL zu mager. Wenn man nach flotter Fahrt vom Gas geht (Schieber wird ganz oder beinahe geschlossen) und der Motorlauf wird unrund ruckelnd *woopwooopwooop* ist der LL ebenfalls zu mager

Fett:

Nimmt der Motor nur unwillig und kraftlos Gas an, (viertakten, freirotzen) so ist die LL Einstellung zu fett. Stirbt der warme Motor ab, obwohl er kalt rund lief, ist der LL zu fett. Ein zu niedrig eingestelltes Standgas überfettet den Motor und kann ähnliche Symptome hervorrufen.

Test über die Gasannahme:

Mit fast geschlossenem Schieber dahinrollen - Gashahn plötzlich aufreissen. Nimmt der Motor das Gas sofort an (und geht beinahe aufs Hinterrad) liegt man mit der ND gut. Hat der Motor jedoch eine nachdenksekunde bis der Vortrieb einsetzt ist die ND zu mager.

Düsenschema: 50/160=3.2 ist magerer als 55/100=1.81 Üblich sind Werte von 3,1 abwärts bis 2,1. Sind Werte über 3,1 erforderlich deutet das auf einen anderen Fehler im Motorsetup hin.


HAUPTDÜSENBEREICH (HD):

Der gesamte Schieberbereich wird mittels des Hauptdüsenstocks, der sich aus Hauptluftkorrekturdüse HLKD, Mischrohr BEx und Hauptdüse HD zusammensetzt eingestellt werden. Im Gegensatz zu anderen Vergasern fehlt dem SI hier das typische Nadeldüsen/Düsennadel-System. Die Einstellung des Vergasers erfolgt stets von zu fett in Richtung mager.

Düsenschema:

HD: größere Nummer 140 = fetter als kleinere Nummer 130

HLKD: größere Nummer 190 = magerer als kleinere Nummer 160

BEx: die Beschreibung der genauen Funktion sprengt den Rahmen, man orientiert sich der Einfachheit halber an Faustwerten. Die Nummerierung entspricht keiner Reihenfolge sondern wohl dem Einsatzzeitpunkt bei Dellorto. Faustwerte: BE3/160 fetter als BE4/190, BE3= Standard, BE2= Anreicherung im mittleren Bereich bei Verwendung von Resonanzauspuffanlagen

Die HD wirkt schwerpunktsmässig im Bereich 3/4 bis Vollgas - hat jedoch auch Auswirkungen bis in die unteren Bereiche; sie kann nicht im Stand abgestimmt werden sondern nur während der Fahrt. Die grobe Abstimmung erfolgt mittels des Choke Tests: Bei konstant maximal geöffneter Schieberstellung wird während der Fahrt der Choke gezogen x) beschleunigt der Roller ist das das Gemisch (deutlich) zu mager

x) drosselt der Motor nur leicht könnte die HD etwas zu mager sein

x) drosselt der Motor deutlich so gibt dies einen Hinweis darauf daß die HD im richtigen Bereich liegt

Ein zu mager bedüster Motor wird auch deutlich heißer, klingt wesentlich heller, hat wenig Kraft, dreht oft zunächst nicht richtig hoch beim Gasgeben, bevor die Drehzahl dann sehr “hoch” wird, ohne daß der Motor Kraft entwickelt. Eine zu fette HD läßt den Motor nicht richtig warm werden, meist bereits bei relativ geringer Drehzahl abriegeln (drosseln, stottern), die Zündkerze, den Brennraum und den Auspuff verrußen (starker Auspuffqualm kann auch einen defekten Kulu-Simmering bedeuten!)

Nach scheinbar optimaler Bedüsung Luftfilter, Vergaserdeckel inkl. aller Dichtungen und vorallem Faltenbalg (dient vorallem der Beruhigung der Luftströmung!) montieren und erneut alles austesten! Wahrscheinlich sind die vorherigen Einstellungen nun leicht zu fett, was sich durchaus günstig auf Leistung und Haltbarkeit auswirken sollte. Meist muß jedoch Gemischschraube und Gasschieber-Anschlagschraube für guten LL und spontane Gasannahme nachjustiert werden, was aber “von außen” leicht zu bewerkstelligen ist!


DETAILBEDÜSUNG:

Erfolgt während der Fahrt mittels Kontrolle des Zündkerzenbildes. Das Zündkerzenbild in der Stadt ist wenig aussagekräftig, es muß im Freiland mit fixer Gasschieberöffnung beurteilt werden. ND: wirkt von 1/4 bis Halbgas HD: wirkt von 3/4 bis Vollgas Fixe Gasschieberstellung im jeweiligen Bereich, 2km lange Gerade, idealerweise ein wenig bergauf, Zündung ausschalten und ausrollen. Farbe der Diode: Schwarz = zu fett, Weiß/Grau = zu mager, Bräunlich = Rehbraun Entsprechend der Farbe des Zündkerzenbildes wird ND oder HD verändert und der Test daraufhin wiederholt.

LUFTFILTER:

2 Bohrungen (5&8mm) im Luftfilter direkt über den zwei Düsenstöcken (herzförmiger Bereich) sorgt für eine spontanere Gasannahme und bessere Leistung über den gesamten Bereich. Die Bohrungen vergrößern die HD & ND spürbar um einige Werte. Die Einstellung des SI Vergasers funktioniert mit einem Luftfilter ohne Löcher eine Spur einfacher.


KLINGELN: tocome

SPRIT: tocome

GASSCHIEBER: to come


ALLGEMEIN

Änderungen an Luftfilter, Auspuffanlage, Zylinderkopf, Zylinder etc., erforden eine Neuabstimmung der Vergaserbedüsung!


POSITION DER LL SCHRAUBE:

Grundsätzlich gilt für alle Schiebervergaser:

Eine LL-Gemischdüse bzw. Einstellschraube sitzt stets nach dem Schieber: herausdrehen erhöht den Gemisch-Durchfluß und fettet somit an. (DELLORTO) Eine LL-Luftdüse bzw. Einstellschraube sitzt stets am Venturieingang, also Luftfilter-seitig vor dem Schieber: herausdrehen erhöht die Vorab-Luftbeimengung, magert somit ab! (MIKUNI)

Standardbedüsungen SI

Hauptdüse Hauptluftdüse Mischrohr Nebendüse
PX
PX80 96 160 BE5 52/140
PX80 Lusso 95 160 BE3 52/140
PX125 99 160 BE3 160/48
PX125 Lusso 98 160 BE5 140/45
PX125 mit Kat 96 140 BE5 140/45
125 T5 112 Gemisch / 110 getrennt 120 BE4 50
PX150 102 160 BE3 48
PX150 Lusso 100 160 BE5 48
PX200 (10 PS) 118 190 BE4 50
PX200 Lusso (10 PS) 116 190 BE4 50
PX200 Lusso Ele. (12PS) 116 160 BE3 55
Cosa
125 83 140 BE5 45
150 85 160 BE5 45
200 10PS 92 160 BE6 48/140
200 12PS 96 160 BE3 48
T4
150 95
Sprint
150 100/102 160 BE5 48
Rally
180 160 BE5 50
200 118 160 BE3 50