Lagerwechsel: Unterschied zwischen den Versionen

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Außerdem sollte man sich klarmachen, dass sich ein Lager bei Erwämung weniger stark "ausdehnt", als das Aluminium-Guss-Motorgehäuse. Das ist hilfreich, dazu unten mehr. Oft reicht es schon aus, das Gehäuse im Backofen gleichmäßig auf etwa 180 Grad zu erwärmen, dann fallen einige der Lager fast von selbst heraus.
Außerdem sollte man sich klarmachen, dass sich ein Lager bei Erwämung weniger stark "ausdehnt", als das Aluminium-Guss-Motorgehäuse. Das ist hilfreich, dazu unten mehr. Oft reicht es schon aus, das Gehäuse im Backofen gleichmäßig auf etwa 180 Grad zu erwärmen, dann fallen einige der Lager fast von selbst heraus.


1.) & 2.): Das '''Kulu-Kurbelwellenlager''' (6303) ist mit einem Seegerring gesichert. Den also erstmal ausbauen. Dann dem Lagersitz z.B. mit einem Heißluftfön erwärmen und das Lager (zur richtigen Seite) z.B. mit einem Hammer-Stiel vorsichtig rausklopfen. Das geht - wenn das Gehäuse erwärmt ist - ganz ohne Gewalt!Wer das Lager weiterhin  verwenden will, sollte nicht auf den Innenring schlagen! Denn dadurch geht das Lager kaputt. Wenn das '''Lima-Kurbelwellenlager''' (6204 C4, "ETS-Lager: 6005) nicht auf der Kurbelwelle stecken bleibt, empfiehlt sich die gleiche Vorgehensweise. Wenn es doch auf der Welle bleibt, dann kann man es mit einem Abzieher herunterbekommen.
'''Wie das Gehäuse erwärmen'''
Das Gehäuse kann auf unterschiedliche Arten erwärmt werden, der einzige Unterschied ist die Zeitdauer der Prozedur.
Die gebräuchlichste Variante ist die Verwendung eines Heissluft Föns, hier darauf achten dass er auch entsprechende Leistung hat, ansonsten wird das eine unnötig zeitaufwendige Prozedur. Eine weitere Option ist es das Lager in den Backofen zu gehen und zu erhitzen. Die einfachste und schnellste Variante ist die Verwendung einer Lötlampe mit der man gleichmässig den Lagersitz erwärmt. Der Lagersitz ist dann ausreichend erwärmt wenn man zB das Kurbelwellenlager mit dem Finger setzen kann, das Lager fällt praktisch von alleine in den Sitz. Tut es das nicht ist der Sitz nicht ausreichend erwärmt, hier sollte nicht mit Gewalt gearbeitet werden sondern neuerlich das Gehäuse erhitzt werden.
 
1.) & 2.): Das '''Kulu-Kurbelwellenlager'''(kupplungsseitige Lager der Kurbelwelle, 6303) ist mit einem Seegerring gesichert. Den also erstmal ausbauen. Dann dem Lagersitz z.B. mit einem Heißluftfön erwärmen und das Lager (zur richtigen Seite) z.B. mit einem Hammer-Stiel oder einer großen Nuss die am Rand des Lagers ansetzt vorsichtig rausklopfen. Das geht - wenn das Gehäuse erwärmt ist - ganz ohne Gewalt! Wer das Lager weiterhin  verwenden will - was nicht empfohlen wird - sollte nicht auf den Innenring schlagen! Denn dadurch wird das Lager beschädigt. Wenn das '''Lima-Kurbelwellenlager''' (6204 C4, "ETS-Lager: 6005) nicht auf der Kurbelwelle stecken bleibt, empfiehlt sich die gleiche Vorgehensweise. Wenn es doch auf der Welle bleibt, dann kann man es mit einem Abzieher entfernen.


3.) Das '''Primärlager''' (16005) wird mit einem Seegerring im Lagersitz eingebaut. Den also erstmal entfernen, zuvor natürlich die Primär ausbauen. Dann geht das Lager meistens schon fast von alleine raus, wenn man mit einem Holzstiel (von Hammer oder so) drauf klopft. Achtung: Dadurch wird der Innenring des Lagers belastet, wodurch es beschädigt werden kann. Diese Methode eignet sich nur für Lager die danach auf den Müll wandern sollen. Will man das Lager jedoch behalten und erneut einbauen, dann sollte man es mit ganz leichten Schlägen auf den Außenring austreiben. Ist kniffeliger, beschädigt das Lager aber nicht. Wenn das nicht klappen sollte, kann das Motorgehäuse vorher z.B. mit einem Heißluftfön und kreisenden Bewegungen erwärmt werden. So "dehnt" sich der Lagersitz stärker aus, als das Lager, wodurch die Press-Passung "lockerer" wird.
3.) Das '''Primärlager''' (16005) wird mit einem Seegerring im Lagersitz eingebaut. Den also erstmal entfernen, zuvor natürlich die Primär ausbauen. Dann geht das Lager meistens schon fast von alleine raus, wenn man mit einem Holzstiel (von Hammer oder so) drauf klopft. Achtung: Dadurch wird der Innenring des Lagers belastet, wodurch es beschädigt werden kann. Diese Methode eignet sich nur für Lager die danach auf den Müll wandern sollen. Will man das Lager jedoch behalten und erneut einbauen, dann sollte man es mit ganz leichten Schlägen auf den Außenring austreiben. Ist kniffeliger, beschädigt das Lager aber nicht. Wenn das nicht klappen sollte, kann das Motorgehäuse vorher z.B. mit einem Heißluftfön und kreisenden Bewegungen erwärmt werden. So "dehnt" sich der Lagersitz stärker aus, als das Lager, wodurch die Press-Passung "lockerer" wird.
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6.) Das '''Tonnenlager''' (NU 204 bzw. N204, "ETS-Tonnen-Lager": NU1005) sitzt mit dem Innenring auf der Kurbelwelle (Lima-Stumpf), im Gehäuse sitzt der Außenring. Dieses teilbare Lager erleichtert das Spalten des Motors. Man sollte nur beachten, dass es beim Einsatz einer schräg verzahnten Primär sehr stark axial belastet wird, was sich für dieses Lager nicht empfiehlt. Das Lager auf dem Wellen-Stumpf kriegt man am besten mit einem Abzieher herunter. Beim Außenring ist das deutlich schwieriger, weil man keine Fläche zum anfassen/druntergreifen hat. Durchgesetzt hat sich folgende ''Methode'': Die Welle extrem gut abkleben (Lager- und Simmerring-Sitze, Pleuellager), dann mit der Dremel-Trennscheibe den Ring so lange einschneiden, bis er die Spannung verliert. Dann geht er easy runter. ''Anmerkung'': Beim NU204 sitzt der Lagerring auf dem Kurbelwellen.Stumpf. Im Gegensatz dazu sitzt er beim N204 im Gehäuse-Lagersitz.
6.) Das '''Tonnenlager''' (NU 204 bzw. N204, "ETS-Tonnen-Lager": NU1005) sitzt mit dem Innenring auf der Kurbelwelle (Lima-Stumpf), im Gehäuse sitzt der Außenring. Dieses teilbare Lager erleichtert das Spalten des Motors. Man sollte nur beachten, dass es beim Einsatz einer schräg verzahnten Primär sehr stark axial belastet wird, was sich für dieses Lager nicht empfiehlt. Das Lager auf dem Wellen-Stumpf kriegt man am besten mit einem Abzieher herunter. Beim Außenring ist das deutlich schwieriger, weil man keine Fläche zum anfassen/druntergreifen hat. Durchgesetzt hat sich folgende ''Methode'': Die Welle extrem gut abkleben (Lager- und Simmerring-Sitze, Pleuellager), dann mit der Dremel-Trennscheibe den Ring so lange einschneiden, bis er die Spannung verliert. Dann geht er easy runter. ''Anmerkung'': Beim NU204 sitzt der Lagerring auf dem Kurbelwellen.Stumpf. Im Gegensatz dazu sitzt er beim N204 im Gehäuse-Lagersitz.
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[[Kategorie:Vespa Smallframe Motor]]
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Version vom 12. Januar 2017, 11:55 Uhr

Allgemeine TIPPS zum LAGER-AUSBAU in SMALLFRAME-MOTOREN

Im Smallframe-Motorgehäuse befinden sich insgesamt 5 Lager.

1.) Kurbelwelle Kupplungsseite (große Motorhälfte)

2.) Kurbelwelle Limaseite (kleine Motorhälfte)

3.) Primär-Lager (große Motorhälfte)

4.) Nadellager Antriebswelle/Hauptwelle (kleine Motorhälfte)

5.) Kugellager Nebenwelle/"Tannenbaum" (kleine Motorhälfte)

6.) Sonderform Tonnenlager

Wie bekommt man die Lager nun am besten raus?

Grundsätzlich gilt beim Lagerwechsel/Ausbau/Einbau, dass der Lagersitz auf jeden Fall unbeschädigt bleiben muss! Lieber also ne halbe Stunde länger rumfummeln, als durch rohe Gewalt das Gehäuse oder den Lagersitz zu zerstören. Und auch wichtig: Immer beachten, ob man auf den Innen- oder Außenring des Lagers schlägt! Sonst geht es kaputt.

Außerdem sollte man sich klarmachen, dass sich ein Lager bei Erwämung weniger stark "ausdehnt", als das Aluminium-Guss-Motorgehäuse. Das ist hilfreich, dazu unten mehr. Oft reicht es schon aus, das Gehäuse im Backofen gleichmäßig auf etwa 180 Grad zu erwärmen, dann fallen einige der Lager fast von selbst heraus.

Wie das Gehäuse erwärmen Das Gehäuse kann auf unterschiedliche Arten erwärmt werden, der einzige Unterschied ist die Zeitdauer der Prozedur. Die gebräuchlichste Variante ist die Verwendung eines Heissluft Föns, hier darauf achten dass er auch entsprechende Leistung hat, ansonsten wird das eine unnötig zeitaufwendige Prozedur. Eine weitere Option ist es das Lager in den Backofen zu gehen und zu erhitzen. Die einfachste und schnellste Variante ist die Verwendung einer Lötlampe mit der man gleichmässig den Lagersitz erwärmt. Der Lagersitz ist dann ausreichend erwärmt wenn man zB das Kurbelwellenlager mit dem Finger setzen kann, das Lager fällt praktisch von alleine in den Sitz. Tut es das nicht ist der Sitz nicht ausreichend erwärmt, hier sollte nicht mit Gewalt gearbeitet werden sondern neuerlich das Gehäuse erhitzt werden.

1.) & 2.): Das Kulu-Kurbelwellenlager(kupplungsseitige Lager der Kurbelwelle, 6303) ist mit einem Seegerring gesichert. Den also erstmal ausbauen. Dann dem Lagersitz z.B. mit einem Heißluftfön erwärmen und das Lager (zur richtigen Seite) z.B. mit einem Hammer-Stiel oder einer großen Nuss die am Rand des Lagers ansetzt vorsichtig rausklopfen. Das geht - wenn das Gehäuse erwärmt ist - ganz ohne Gewalt! Wer das Lager weiterhin verwenden will - was nicht empfohlen wird - sollte nicht auf den Innenring schlagen! Denn dadurch wird das Lager beschädigt. Wenn das Lima-Kurbelwellenlager (6204 C4, "ETS-Lager: 6005) nicht auf der Kurbelwelle stecken bleibt, empfiehlt sich die gleiche Vorgehensweise. Wenn es doch auf der Welle bleibt, dann kann man es mit einem Abzieher entfernen.

3.) Das Primärlager (16005) wird mit einem Seegerring im Lagersitz eingebaut. Den also erstmal entfernen, zuvor natürlich die Primär ausbauen. Dann geht das Lager meistens schon fast von alleine raus, wenn man mit einem Holzstiel (von Hammer oder so) drauf klopft. Achtung: Dadurch wird der Innenring des Lagers belastet, wodurch es beschädigt werden kann. Diese Methode eignet sich nur für Lager die danach auf den Müll wandern sollen. Will man das Lager jedoch behalten und erneut einbauen, dann sollte man es mit ganz leichten Schlägen auf den Außenring austreiben. Ist kniffeliger, beschädigt das Lager aber nicht. Wenn das nicht klappen sollte, kann das Motorgehäuse vorher z.B. mit einem Heißluftfön und kreisenden Bewegungen erwärmt werden. So "dehnt" sich der Lagersitz stärker aus, als das Lager, wodurch die Press-Passung "lockerer" wird.

4.) Das Nadellager der Antriebswelle (4121A) ist das Lager, dass am "fummeligsten" ist, weil man es nicht zu einer Seite austreiben kann. Es hilft auch nicht, nur das Gehäuse auf der Rückseite zu erwärmen. Hier haben sich zwei Methoden durchgesetzt. Erste Methode: Mutter einschweißen (punkten), dann Schraube reindrehen, Gehäuse erwärmen und mit Schraube rausziehen. Zweite Methode: Mit der Dremel-Trennscheibe den Außenring des Lagerkäfigs einschneiden, denn dadurch verliert der Ring seine Spannung und kann dann mit Schraubendreher o.ä. rausgehebelt werden.

5.) Auch das Kugellager der Nebenwelle (6200) sitzt leider so im Gehäuse, dass man es nicht zu einer Seite "austreiben" kann. Und auch hier haben sich zwei Methoden durchgesetzt. Erste Methode: Man spannt eine (am besten alte) Nebenwelle in den Schraubstock ein. Dann die kleine Gehäuse-Hälfte nehmen und die Nebenwelle ins Lager stecken. Nun erhitzt man das Gehäuse von der Rückseite z.B. mit einem Heißluftfön, bis die Spucke darauf "perlt". Jetzt die Motorhälfte (nicht mit roher Gewalt) hin- und her wackeln und dabei die Hälfte etwas nach oben ziehen. Dann Motorhälfte 90 Grad drehen, wieder wackeln und ziehen. Normalerweise ist das Lager raus, wenn man einmal 360 Grad rum ist. Zweite Methode: Man schweißt eine Mutter in den Innenring des Lagers (punkten), dreht dann eine Schraube in die Mutter und zieht damit das Lager raus. Auch hier am besten vorher den Lagersitz erwärmen. Oft wird auch empfohlen, das Lager mit Hilfe von Knete oder Seifenspänen, die ins Lager gepresst wird, herauszudrücken.

6.) Das Tonnenlager (NU 204 bzw. N204, "ETS-Tonnen-Lager": NU1005) sitzt mit dem Innenring auf der Kurbelwelle (Lima-Stumpf), im Gehäuse sitzt der Außenring. Dieses teilbare Lager erleichtert das Spalten des Motors. Man sollte nur beachten, dass es beim Einsatz einer schräg verzahnten Primär sehr stark axial belastet wird, was sich für dieses Lager nicht empfiehlt. Das Lager auf dem Wellen-Stumpf kriegt man am besten mit einem Abzieher herunter. Beim Außenring ist das deutlich schwieriger, weil man keine Fläche zum anfassen/druntergreifen hat. Durchgesetzt hat sich folgende Methode: Die Welle extrem gut abkleben (Lager- und Simmerring-Sitze, Pleuellager), dann mit der Dremel-Trennscheibe den Ring so lange einschneiden, bis er die Spannung verliert. Dann geht er easy runter. Anmerkung: Beim NU204 sitzt der Lagerring auf dem Kurbelwellen.Stumpf. Im Gegensatz dazu sitzt er beim N204 im Gehäuse-Lagersitz.