Lambretta Locomociones/Serveta/Lambretta S.A.L./Orbar (Spanien)

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Lambretta Locomociones S.A. (1954-1967)[Bearbeiten]

Im Jahr 1952 verhandelte eine Gruppe baskischer Kaufleute, die bereits als Unternehmen ALFA firmierten, mit Innocenti über eine Lizenz für die Produktion von Lambretta-Rollern in Spanien. Das Ergebnis war die Gründung der Lambretta Locomociones S.A. (S.A. ist die Abkürzung von Sociedad Anónima und entspricht der Aktiengesellschaft) und die Produktion wurde 1954 in eigens errichteten Fabrikhallen in der baskischen Kleinstadt Eibar aufgenommen. Während 1954 mit 28 Beschäftigten begonnen wurde, wuchs die Belegschaft bis 1962 auf 800 Beschäftigte.

Modelle:

  • Lambretta 125 A (Mark I-III) (1954-1962)
  • Lambretta 125 B (Mark I-II) (1954-1962)
  • Lambretta LI 150 (2. Serie) (Mark I-III + Winter) (1960-1966)
  • Lambretta LI 125 (2. Serie) (Mark I-III + Winter) (1962-1964)
  • Lambretta TV 175 (2. Serie) (Mark I-III + Winter) (1963-1965)
  • Lambretta LI 125 („Scooterlinea“/„Slim Style“) (1965-1969)
  • Lambretta LI 150 („Scooterlinea“/„Slim Style“) (1965-1969)
  • Lambretta TV 175 („Scooterlinea“/„Slim Style“) (1965-1967)
  • Lambretta LI 150 Special (1966-1969)
  • Lambretta Jet 200 (1967-1969), teils als TV 175 gelabeled


Serveta Industrial S.A. (1967-1981)[Bearbeiten]

Nach dem goldenen Zeitalter der Motorroller gingen ab 1967 die Verkaufszahlen auch der spanischen Lambretta deutlich zurück. Die Lambretta Locomociones S.A. wurden in die neue Gesellschaft Serveta Industrial S.A. umgewandelt und als verzweifelter Versuch, Kosten zu reduzieren und Profit zu maximieren, ging man eine Partnerschaft mit dem japanischen Honda-Konzern zur Fertigung von kleinen 50ccm-Mopeds ein. Deren Produktion wurde 1969 ohne merklichen Effekt auf die Verkaufszahlen begonnen, die 4-Takt-Mopeds erfüllten die Erwartungen nicht und erwiesen sich als sehr anfällig. Nachdem der Absatz sowohl der Mopeds als auch der Motorroller weiter zurückging, wurde im Oktober 1970 die Zahl der Beschäftigten halbiert. Das Schicksal drehte sich zum Guten als sich 1971 die Meldung verbreitete, dass Innocenti ankündigte, die Lambretta-Produktion endgültig einzustellen. Dies eröffnete der baskischen Fabrik den Verkauf der spanischen Lambrettas auf den ausländischen Märkten und im selben Jahr wurde eine große Lieferung von 150 Special Lambrettas für die New York Police in die USA verschifft. Eine zweite Lieferung folgte ein Jahr später und die neuen Marketingaktivitäten schienen zu funktionieren, die Verkaufszahlen hielten das Werk über Wasser und Special-Modelle wurden auch nach Großbritannien und in kleineren Anzahlen in andere Länder exportiert. Dennoch waren diese Exporte nicht genug, um das Werk am Leben zu halten und Serveta stellte mit José Maria Gargorri einen jungen Ingenieur ein, der an einer neuen Modelllinie für 1972 zu arbeiten begann. Das erste Problem, das angegangen wurde, war Kosten einzusparen wo immer möglich. Garagorri erreichte dies, indem er einige Merkmale der bisherigen Modelle entfallen ließ und sie schrittweise modifizierte. Die jeweiligen Änderungen wurden dabei erst vorgenommen, wenn vorhandene Teile aufgebraucht waren, erst dann wurde in neue investiert. Weiterhin nahm Garagorri die Herausforderung an, die Roller im Rahmen des Zumutbaren neu zu stylen, um ihnen passend zu den 70er Jahren einen moderneren Look zu geben.

Modelle:

  • Lambretta Serveta LI 125 (1972-1981)
  • Lambretta Serveta LI 150 Special (1972-1981)
  • Lambretta Serveta Jet 200 (Mark I-IV) (1972-1981)
  • Lambretta Serveta Pony 200 (1973)
  • Lambretta Serveta LI 150 Special Serie 80 (1980-1982)
  • Lambretta Serveta Jet 200 Serie 80 (1980-1982)


Lambretta S.A.L. (1982-1985)[Bearbeiten]

Nach den unglaublich niedrigen Verkaufszahlen gegen Ende der 70er Jahre, gelang es dem Werk der Serveta Industrial S.A. 1980 kaum noch, weitere Kosten einzusparen. Dies führte 1981 dann zur Insolvenz. Im Februar 1982 wurde dann eine Kooperative gegründet, in der die Arbeiter ihr eigenes Geld investierten: so entstand die neue Firma Lambretta S.A.L. (Lambretta Sociedad Anónima Laboral). Nachdem über ein Jahrzehnt dieselben Modelle produziert wurden, bot man den Händlern eine neue Linie der Lambrettas an, die im März 1982 in der Presse offiziell als „Serie 80“ vorgestellt wurden. Die Presse lobte den neueren, modernen Look der Motorroller, wie auch einige Features, die mehr Komfort für den Fahrer mit sich brachten. Gleichzeitig war es wichtig, dass sich die neuen Modelle konzeptuell nicht zu sehr von ihren Vorgängern unterschieden. Dennoch waren die kleineren ästhetischen Änderungen verglichen mit den Jet, Special und 125er Modellen von 1980 ausreichend, um jeden Enthusiasten davon zu überzeugen, dass es sich um komplett unterschiedliche neue Modelle handelte. Trotzdem zwangen die weiterhin zu niedrigen Verkaufszahlen Ende 1985 zur Scließung der Werkstore,

Modelle:

  • Lambretta 125 SL (1982-1985)
  • Lambretta 150 SP (1982-1985)
  • Lambretta 200 SX (1982-1985)
  • Lambretta 125 Exclusiv (1982-1985)
  • Lambretta 200 Exclusiv (1982-1985)
  • Lambretta 125 Lince/Lynx (1983-1985)
  • Lambretta 150 Lince/Lynx (1983-1985)
  • Lambretta 200 Lince/Lynx (1983-1985)
  • Lambretta Amiga 125 (1985-1985)
  • Lambretta Amiga 200 (1985-1985)


ORBAR S.A. (1986-1989)[Bearbeiten]

Nach der Geschäftsaufgabe der Lambretta S.A.L. wurde die Produktion der spanischen Lambrettas noch drei Jahre lang als ORBAR S.A. (Kunstwort aus Orduña und Eibar) fortgeführt. Die Produktion wurde in den Ort Orduña - 80 km von Eibar entfernt - verlegt, bestand aber eigentlich nur aus einer Montagelinie. Die Motoren wurden weiterhin von Alfa S.A. in Eibar gefertigt und auch alle anderen Bauteile wurden von dort nach Orduña zur Montage von fertigen Rollern gebracht. 1985 gab es Spekulationen in der Presse über die Produktion der Lambretta Amiga (für die schon ein Prototyp vorlag), doch obwohl das allgemeine Interesse in der Öffentlichkeit zunahm, erreichten die geplanten Roller nie die Händler und bei den produzierten Rollermodellen blieb es weitgehend bei der ehemals von Lambretta S.A.L. hergestellten Linie.

Modelle:

  • Lambretta 125 SL (1986-1989)
  • Lambretta 125 Lince/Lynx (1986-1989)
  • Lambretta 200 Lince/Lynx (1986-1989)

Quellen[Bearbeiten]

„Eibar Lambrettas 1954-1989“ von Jaime de Prat Salomone, 2021, ISBN 978-84-09-33080-5


Weblinks[Bearbeiten]

Eintrag zu Lambretta Locomociones S.A. im span. Wikipedia

Geschichte der span. Lambretta beim Vespa Club Lleida (über Waback Machine aufrufbar)

Serveta is betta - eine Übersicht über die Servetas (über Waback Machine aufrufbar)

Buyer’s Guide auf scooterlounge.com

Info zu Rahmennummern auf scooterdave.com

Geschichte der span. Lambretta beim Lambrettaclub Great Britain

Forentopics:

(Technik-)Topic zu den spanischen Modellen