Vespa 150 Touring (VGL1T, Exportmodell für Schweden)

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Version vom 20. September 2018, 14:38 Uhr von Thisnotes4u (Diskussion | Beiträge) (an Modellvorlage angepasst, engl. Originalartikel unter "Weblinks" verlinkt)
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Einführung

Dieser Text ist die Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von Mika Collan (Finnland) und ist noch auf Richtigkeit der Angaben querzulesen!

Motorseite
Gepäckfachseite
Front
Heck
Tacho VDO
Scheinwerfer Hella
Rücklicht SIEM
Zündschloss Hella
Schalter Hella
hinterer Boge-Dämpfer

Es ist ja bekannt, dass Piaggio Lizenzen für die Produktion der Vespa weltweit vergab und vielleicht einer der berühmtesten anderen Flugzeugbauer, der Vespas herstellte, war die Messerschmitt AG. Motorroller passten gut in ihr Portfolio, da in der Nachkriegszeit auch Kleinautos, wie der Kabinenroller KR hergestellt wurden.


Nachdem eine relativ kleine Anzahl von Vespas von 1955 bis 1957 produziert worden war (zum Vergleich: bei Messerschmitt wurden während der gesamten Produktionsdauer insgesamt ca. 17.600 Roller hergestellt; in Italien liefen im selben Zeitraum ein paar Hunderttausend Vespen vom Band), beendete Piaggio offiziell die Lizenzierung der Vespa Messerschmitt GmbH am 30. Dezember 1957. In der Folge wurde die deutsche Rahmenherstellung auf Eis gelegt, da die Lizenzgrundlage zur Produktion entfallen war. Messerschmitt hielt ursprünglich 10% der Aktienanteile an der Vespa Messerschmitt GmbH, während Piaggio mit 90% beteiligt war. Während der Verhandlungen zur Neuordnung der Aktienanteile für die deutsche Vespaproduktion lag es jedoch im Interesse des ursprünglichen Lizenzgebers Piaggio, dass das Werk weiterhin Vespas für den Markt herstellte. Daher wurden italienische Rahmen aus Pontedera angeliefert, um im Augsburger Werk mit den noch vorhandenen Teilen der Messerschmitt-Vespas fertiggestellt zu werden. Es scheint auch so, dass Piaggio die Kapazität für eine zukünftig geplante Massenproduktion im bestehenden Augsburger Werk austesten wollte.


Am 6. Februar 1958 war die Neuordnung der Aktienanteile am Augsburger Werk abgeschlossen und die neugegründete Vespa Augsburg GmbH, an der Piaggio nun 100% der Anteile besaß, übernahm die Herstellung der Vespa in Deutschland. Die Zeit strittiger Lizenzfragen war somit vorbei, da der Lizenzgeber selbst jetzt auch der Eigentümer des Augsburger Werks war. Die Herstellung der Vespa in Deutschland wurde nun in weit größerem Maßstab fortgeführt. Die Vespas wurden wieder mit in Deutschland hergestellten Rahmen zusammengebaut und obwohl Rahmenkürzel und nummern aus Messerschmitt-Zeiten weiterhin verwendet wurden, entfiel das Messerschmitt-Emblem auf dem Beinschild der produzierten Augsburg-Vespas, das nun nur noch der hohlgeprägte Vespa-Schriftzug zierte. Auch auf dem deutschen Typenschild stand nun als Hersteller nicht mehr Vespa - Messerschmitt GmbH, sondern Vespa – GmbH Augsburg. Gleichzeitig wurde das rechteckige Hella-Rücklicht durch das Schwanenhals-Rücklicht ersetzt.


Das übergangsweise für den Exportmarkt produzierte Modell wurde aus italienischen Karosserieteilen der VGL1T zusammen mit den typischen Anbauteilen der Messerschmitt-Vespa VD2T (T/3) in italienischen Rahmen aus Pontedera zusammengesetzt. Charakteristisch für dieses Modell war eine Lackierung in Burgunder-Rot, Hella-Elektrik, silberne Kabelbäume nach dem Messerschmitt VD2T-Schaltplan, Hella-Hupe, der Lenkkopf mit rechteckigem VDO-Tacho bis 120 kmh, Hella-Zündschloss, runde Hella- oder Scharlach-Scheinwerfer, Hauptständer mit gekröpften Füßen, typisch deutscher Auspuff-Schalldämpfer, Boge-Dämpfer, verchromte Vorderrad-Feder, Trommelbremsen der italienischen VGL1T mit burgunderrot lackierten Stahlfelgen, der deutschlandübliche hohlgeprägte Vespa-Schriftzug in Klebemontage, Vespa-Schriftzug auf den Gummiteilen z.B. auf Lenkergriffen oder den Ständerfüßen und Bauer-Schrauben für die Montageverbindungen. Die italienischen Stahlblech-Rahmen hatten eine Halterung für I.M.P.E.A.-Gleichrichter, die ebenfalls bei der Montage der Vespas verwendet wurden wie auch das italienische SIEM-Rücklicht mit separater Bremslichtbirne. Auch die Backen stammten aus Italien und hatten die dort üblichen Halterungen Bohrlochschema. Das Modell wurde mit Vigano-Backenzier und und einer Stoßstange am Kotflügel für den Export dieser VGL1T in die Märkte der vorgesehenen Länder ausgestattet.


Rahmen- und Motornummern wurden im Pontedera-Werk vergeben, die deutschen Nummern und Typenschilder wurden bei diesem Modell nicht verwendet, da die Lizenzierung schon geendet hatte und die Verhandlungen für die Zukunft zu Beginn der Produktion der VGL1T noch offen waren. Die Modellreihe wurde in den schwedischen Markt exportiert und bekam die Verkaufsbezeichnung „Touring“, später in Schweden auch als „Tysk Touring“ (=deutsche Touring) nach ihrer Herkunft der Herstellung bezeichnet. Zusammen mit der Exportserie wurden Messerschmitt-Ersatzteilkataloge an den schwedischen Importeur COMO M. & T. Bjerke AB in Stockholm ausgeliefert.


Die frühesten deutschen Touring-Vespas für den schwedischen Markt hatten Rahmennummern um die *010200* und die Rahmen dieser Serie wurden in Pontedera Ende 1957 bis Anfang 1958 produziert. Im frühen März 1958 wurden die ersten deutschen Touring-Vespas für den schwedischen Markt für den Straßenverkehr zugelassen. Die Gesamtproduktion der VGL1T-Rahmen in Pontedera ging 1957 von Rahmennummer VGL1T *01001* bis *010842* und 1958 von VGL1T *010843* bis *016610*. Insgesamt wurden 15.610 Rahmen mit dem Präfix VGL1T im italienischen Werk hergestellt, von denen die Messerschmitt GmbH 2.110 zu den deutschen Touring-Vespas für den schwedischen Markt montierte. Die Archive der Vespa Messerschmitt GmbH führen dieses Vespa-Modell mit der Produktbezeichnung 150 GL E (Export).


Baujahre und Rahmennummern

1957

Rahmennummern: VGL1T *#### - *#####
Stückzahl: #.###


1958

Rahmennummern: VGL1T *#### - *#####
Stückzahl: #.###


Stückzahl insgesamt: 2.110


Farben

Farben (Farbregister Messerschmitt): Bordeauxrot; evtl. Stratoblau (Lüfterradabdeckung und Felgen in Rahmenfarbe)
Korrosionsschutz (cod. MaxMayer): Farbe+Code


Fahrzeugdaten

Allgemeine Abmessungen

  • Radstand: 1.180 mm
  • Gesamtlänge: 1.700 mm
  • max. Breite: 700 mm
  • max. Höhe: 1.050 mm
  • Sattelhöhe: mm
  • min. Bodenfreiheit am Trittbrett: ca. 285 mm
  • Wendekreis: m

Leistung

  • Höchstgeschwindigkeit: km/h
  • Leistung: 5,4 PS bei 5000 U/min
  • max. Drehzahl:
  • max. Steigfähigkeit:

Verbrauch

  • Tankinhalt: ca. 9,3 Liter, davon 1,4 Liter Reserve
  • Durchschnitt auf 100 km: Liter
  • Reichweite: km

Gewicht

  • Leergewicht: kg
  • vollgetankt: ca. 115 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 265 kg

Motor

  • Motornummer: VGL1M
  • Position Motornummer: am Motorgehäuse oberhalb der Stiftschraube zur Motorbefestigung an der Traverse
  • Anzahl Zylinder: 1
  • Hubraum: 145,6 cm³
  • Bohrung: 57 mm
  • Kolbenhub: 57 mm
  • Überströmer: 2
  • Verdichtungsverhältnis: 6,3:1
  • Getriebe: 3-Gang
  • Übersetzungsverhältnis
    • 1. Gang 12:58 Z (1:14,72)
    • 2. Gang 18:52 Z (1:8,80)
    • 3. Gang 25:45 Z (1:5,48)
  • Primärübersetzung: 22:67 Z (3,05)
  • Anzahl Kupplungsscheiben (Kork/Stahl): 3/3
  • Motorlager:
    • Kurbelwelle kuluseitig:
    • Kurbelwelle limaseitig:
    • Kupplung Lagernadeln:
    • Nebenwelle:
    • Nebenwelle Nadellager:
    • Hauptwelle:
  • Wellendichtringe:
    • Kurbelwelle kuluseitig:
    • Kurbelwelle limaseitig:
    • Hauptwelle radseitig:
  • Vergaser:
  • Bedüsung original:
    • Hauptdüse:
    • Nebendüse:
    • Leerlaufdüse:
    • Mischrohr:
    • Luftkorrekturdüse:
  • Zündung:
  • Vorzündung: ° vor OT
  • Kontaktabstand: mm
  • Zündkerze:

Fahrwerk

  • Dämpfer vorne: Boge
  • Feder vorne: verchromt
  • Dämpfer hinten: Boge
  • Felgen:
  • Reifengröße: 3,50-10"
  • Reifendruck vorne (solo / zu zweit): bar / bar
  • Reifendruck hinten (solo / zu zweit): bar / bar
  • Schwingenlager:
  • Radlager bremstrommelseitig:
  • Radlager schwingenseitig:
  • Lenkrohrlager unten:
  • Lenkrohrlager oben:
  • Bremsen: z.B. Trommelbremsen, vorne Ø ### mm, hinten Ø ### mm

Elektrik

  • Batterie:
  • Elektrostarter:
  • Scheinwerfer: Hella oder Scharlach
  • Stadtlicht:
  • Tachobeleuchtung:
  • Blinker:
  • Rücklicht: rechteckiges SIEM-Rücklicht mit Bremslicht
  • Bremslicht:
  • Hupe:
  • Zündschloss Hella
  • Lichtschalter: Hella

Schmierstoffe

  • Dämpfer vorne:
  • Dämpfer hinten:
  • Getriebeöl:
  • Motoröl und Mischungsverhältnis:


Karosserie

  • Position Rahmennummer: am oberen Rahmenfalz der Vergaserklappe
  • Schriftzüge und Embleme: hohlgeprägter Vespa-Schriftzug (geklebt) und Piaggio-Rechteckemblem am Beinschild
  • Backenzier Vigano mit "Auge"
  • Stoßstange am Kotflügel
  • Sitzbank / Sattel:
  • Trittleisten: 3/3/3

Sonstiges / Besonderheiten

  • rechteckiger VDO-Tacho bis 120 km/h
  • es ist anzunehmen, dass im Modellverlauf irgendwann zwischen *11312* und *13051* die Stehbolzen für die Befestigung des Schwingsattels zugunsten einer Sitzbank entfielen
  • blabla


Unterschiede zu Nachbarmodellen (z.B. VBA zu VBB oder Sprint zu Sprint Veloce)

  • blabla
  • blabla
  • blabla


Siehe auch

Quellen

[https://www.germanscooterforum.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=1400718%7C Originalartikel von Mika Collan (pdf) Beitrag im GSF mit Bestätigung der Angaben Mika Collans in der Einführung

Weblinks

Testbericht der Messerschmitt Touren Export aus "Roller, Mobil und Kleinwagen" 8/1957 auf alteroller.de